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GAG Immobilien

Die GAG Immobilien AG wurde am 18. März 1913 gegründet. Als ehemalige gemeinnützige Wohnungsgesellschaft ist die GAG im Herzen der Kölner als verlässlicher Partner bekannt. In der Gründungszeit gab es in Köln echte Wohnungsnot, an die sich heute nur noch die älteren Kölner Bürger erinnern. Seit 1913 wurden erhebliche Geldmittel der Aktionäre aufgebracht, um mit Sozialwohnungen die Wohnungsversorgung auch derjenigen Kölnerinnen und Kölner sicher zu stellen, die ein geringeres Einkommen haben.

Für die "minderbemittelte Bevölkerung, sollten zahlreiche, gesunde und zweckmäßig eingerichtete Wohnungen billig und preiswert geschaffen werden", so die Satzung von 1913. Das Aktienkapital von 1,22 Mio. Reichsmark stammt von Privatpersonen wie Guilleaume, Lindgens, Neven du Mont und Ernst Cassel. Die Stadt Köln übernahm für 600.000 Reichsmark Stammaktien und hält heute 68 Prozent der GAG-Aktienanteile.

Städteplanerisch wurden durch die GAG neue Wege beschritten, indem größere Grundstücke einheitlich und zweckmäßig erschlossen wurden. So entstanden Siedlungen in Bickendorf, Mauenheim, Poll, Holweide, Höhenberg. Diese Wohnquartiere entstanden nach dem Vorbild der Gartenstadt und haben auch architektonisch "Meilensteine" gesetzt und stehen heute zu einem großen Teil unter Denkmalschutz. Wohnungen von Baumeistern wie Architekt Wilhelm Riphahn können noch heute wegen der hohen Wohn- und Lebensqualität bewundert werden.


90 Jahre GAG: Schenkung des alten GAG- Archivs an die Stadt Köln

Als erste Kölner Wohnungsbaugesellschaft hat die GAG ihre historischen Planungsakten dem Historischen Archiv der Stadt Köln übergeben. Damit kommen historische, gesellschaftliche und politisch bedeutsame Basisinformationen in die Hände von Fachleuten, um diese der Nachwelt zu erhalten."
Unter den Schenkungsmaterialien befinden sich Originalurkunden berühmter Baumeister und Architekten von Wilhelm Riphan, Caspar Maria Grod, Theodor Kelter, Hans-Heinz Lüttgen, Herbert Neubert und Peter S. Nöcker. Über 300 Pläne 10 Regalmeter Bauakten und vier Baumodelle übergibt die GAG an das Historische Bauarchiv der Stadt Köln.

Insbesondere die großen Siedlungen nach dem ersten und zweiten Weltkrieg wurden durch die GAG errichtet, die aus Dörfern Stadtteile entstehen ließ, z.B. Bickendorf. Es wurde nicht nur gebaut, sondern von der GAG auch die Stadtplanung professionell mitgeliefert. Das was die Wohnungsgesellschaft damals anpackte, hielten die Kölner zunächst für zu groß. Selbst der Förderer großer Wohnungsprojekte Konrad Adenauer wurde für die Unterstützung des Bauprojekts Bickendorf "für bekloppt" gehalten. Doch die Ergebnisse gaben der GAG und Adenauer recht.

In Bickendorf entstand das erste Bauprojekt, eine Kleinwohnungskolonie mit 575 Familieneigenheimen. Die Architekten waren Caspar Maria Grod, Leo Kaminski und Riphan. Ziel war es, die Nachfrage nach preiswerten und gesunden Kleinwohnungen zu befriedigen. Kurz nach Gründung der GAG am 18.3. 1913 schrieb die Wohnungsbaugesellschaft den Wettbewerb für Bickendorf I aus. Vorbild für Wohnungen für Mieter mit geringem Einkommen waren verschiedene Krupp'sche Siedlungen in Essen. Das Motto des Entwurfs war "Lich, Luff un Bäumcher" und wurde schnell zum Motto für den gesamten sozialen Wohnungsbau in Köln.

Fast 25 Prozent des Immobilienbestand der GAG stehen unter Denkmalschutz. Die Qualität der Architektur der alten Baumeister ist herausragend. Paradebeispiele sind der "Grüne Hof", die erste Hofsiedlung in Deutschland in Mauenheim (1922-1924: 676 Wohnungen, Neusser Str, von Riphan), "Blaue Hof" in Buchforst (1926-1927: 427 Wohnungen, Dortmunder Straße, Riphan und Grod) und "Die weiße Stadt" in Buchforst (1929-1932: 578 Wohnungen, Heidelberger Str., Riphan, Grod). Diese gruppierten sich um einen dörflichen Kern.


Damals wurde ganze Stadtteile geplant, ein Großmodell angefertigt und die Herren Oberbürgermeister und Politiker haben sich das dann bei der GAG angesehen und meist zufrieden abgenickt. Es galt schnell, gut und preiswerte Lösungen aus dem Boden zu stampfen." Dr. Everhard Kleinertz, Direktor des Historischen Archivs der Stadt Köln: "Mit den hochinteressanten historischen Materialien der GAG vervollständigen wir unsere bisherige Sammlung. Wir hoffen, dass auch andere Wohnungsgesellschaften und Privatbürger diesem guten Beispiel folgen. Irgendwann haben wir dann vielleicht so viele Ausstellungsgegenstände, dass wir ähnlich wie in Frankfurt ein Kölner oder Rheinisches Architekturarchiv mit Ausstellungsmöglichkeiten eröffnen, dass allen zugänglich ist."


GAG-General-Architekt Wilhelm Riphan: Baukunst ist überall in Köln lebendig

Ohne ihn sähe Köln ganz anders aus. Er hat die Stadt nicht nur nach dem Zweiten Weltkrieg entscheidend geprägt, etwa mit den Bauten für die Oper und das Schauspiel, der Bastei. Noch bedeutender waren seine Leistungen für den Siedlungs- und sozialen Wohnungsbau in der Stadt. Hier hatte Köln bald zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts eine Vorreiterrolle in Deutschland gespielt. Und Riphan war frühzeitig dabei. Als junger Mitarbeiter von Caspar Maria Grod verdiente er sich die ersten Sporen beim ersten GAG-Projekt überhaupt in Bickendorf. Er wurde schließlich zu einem der meistbeschäftigten Architekten der "Gemeinnützigen Aktiengesellschaft für Wohnungsbau". Vieles, was heute bei neuen Projekten aufwendig unter dem Schlagwort "Wohnumfeldverbesserung" nachgebessert werden muss, war bei Riphan in den 20er Jahren und später schon selbstverständlich drin: große Bürgersteige, großzügige Grünflächen vor und hinter den Häusern und Fassadenbegrünung. Riphans Baukunst führt dazu, dass eines seiner bedeutendsten Projekte, die Weiße Stadt heute immer noch eine Pilgerstätte für Architekturstudenten ist.

"Für Riphan bedeutete "Siedlung" mehr als eine Ansammlung von Mauerwerk zu Häusern. Er wollte keine gesichtslosen Mietskasernen und kümmerte sich intensiv um die Wohnungsgestaltung bis ins Detail. Trotz knapper Mittel gelang es ihm, was damals nicht selbstverständlich war, dass in seinen Wohnungen Bäder und jeweils ein "besonderer Abort" eingebaut wurde. Er sorgte dafür, dass Balkone weitgehend vor den Blicken der Nachbarn geschützt waren. Riphan starb 1963 im Alter von 74 Jahren. Seine Baukunst ist überall in Köln lebendig!"


90 Jahre wurde die GAG im Jahre 2003. Sie wurde 1913 gegründet, um "Wohnungen für Minderbemittelte preiswert zur Verfügung" stellen zu können. Inititator war der damalige Oberbürgermeister der Stadt Köln, Konrad Adenauer. Der Grundgedanke der Gründung der Gesellschaft war es, privates Kapital für den Massenwohnungsbau einzusammeln. So kam es zur Gründung einer Aktiengesellschaft, in der die Stadt Köln 50 % der Anteile hielt, während der Rest von privaten Kapitalgebern, meist größeren Firmen. eingebracht wurde. Mit dem Oberbürgermeister als Aufsichtsratsvorsitzendem und einer Stimme Mehrheit, war der städtische Einfluß gesichert.
Sofort im Jahr ihrer Gründung begann die GAG, trotz der schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse, mit dem Bau der Siedlung Bickendorf I. Ihr folgten ähnliche Siedlungen in Poll "Milchmädchen", Mauenheim "Nibelungen" u.a.. In der 20er Jahren erreichte die Bautätigkeit der GAG einen ersten Höhepunkt. Gebaut wurden in rascher Folge Siedlungen in Poll, Mauenheim, Bickendorf, Zollstock. Buchforst und Höhenberg. Siedlungen wie der "Grüne Hof", die erste Hofsiedlung in Deutschland, der "Blaue Hof" oder die "Weiße Stadt" erregten starke Aufmerksamkeit. Städtebaulich gruppierten sich diese neuen Siedungen um einen dörflichen Kern und bildeten so, häufig zusammen mit Siedlungen der zahlreichen Kölner Baugenossenschaften, einen neuen Stadtteil. "Hausarchitekt " der GAG in den 20er Jahre war Wilhelm Riphahn, der mit seinem Schaffen wohl die Stadt Köln am meisten geprägt hat; so plante er beispielsweise nach dem Krieg die Hahnenstr und erbaute das Opernhaus.

In den 30er Jahren wurde mit dem Bau der Stadtrandsiedlungen eine neue Konzeption im Siedlungsbau umgesetzt. Angesichts der anhaltenden Wirtschaftskrise ging man nicht mehr davon aus, alle Bürger in das Erwerbsleben zurückführen zu können. Siedlungen im Selbstbau mit landwirtschaftlicher Zusatzversorgung, auf ca. 700qm großen Grundstücken,sollten eine halbagrarische Lebensform bieten. In Köln enstanden derartige Siedlungen in Vogelsang, Höhenhaus, Poll und Volkhoven.

Köln war eine der am meisten zerstörten Städte des 2. Weltkriegs, der Wiederaufbau der Stadt war vordringliche Aufgabe. Komplette Stadtteile wie Vingst, Ostheim u.a. wurden in kurzen Zeit und unter sehr schweren, wirtschaftlichen Bedingungen von der GAG errichtet. Daneben wurden zahlreiche Bauten für die britische Besatzungsmacht, beispielsweise die "Volksparksiedlung" im Äußeren Grüngürtel, gebaut. Durchgeführt wurde diese Aufgabe von dem damaligen technischen Direktor Herbert Neubert und seinem Team.

Chorweiler, eines der bundesweiten Synonyme für Bausünden der 70er Jahren wurde von der GAG nicht gebaut. Weitgehende Unabhängigkeit, auch gegenüber der Stadt Köln, in Fragen von Städtebau und Architektur kennzeichnen die Firmengeschichte der GAG. Es wurde vielmehr zu allen Zeiten hohen Wert auf eine qualitätvolle Architektur gelegt. Der Begriff "Sozialer Wohnungsbau" wurde so mit entsprechenden Bauten aufgefüllt.

Die GAG hat einen Kranz von Vororten gebaut, die sich um Altstadt und Neustadt, legen und somit die Vorortentwicklung und damit verbunden die Entwicklung Kölns zu einer modernen Großstadt maßgeblich bestimmt. Mit der Übergabe von Archivmaterial an das Historische Archiv der Stadt Köln, ca. 300 Pläne für Bauten der englischen Besatzungmacht nach dem 2. Weltkrieg; Akten aus den 30er und 40er Jahren, wird diese städtebaulichen Bedeutung der GAG für die Stadt Köln gesichert und dokumentiert. Weiter übergibt die GAG nicht mehr genutzte Aktenschränke und unterstützt durch diese Sachspende das Historische Archiv.

Dies soll jedoch erst der Beginn einer fortlaufenden Kooperation sein, die gleichzeitig auch Signalwirkung für andere Institutionen haben soll, die sich mit Bauen und Architektur beschäftigen. Architektur- und Baugeschichte in Köln soll gesichert werden.

Es sind - vom Unternehmen GAG aus betrachtet - seine Geschichte als genossenschaftliche und gemeinnützige Gesellschaft mit Architekten, die in der Welt des Bauens einen Namen hatten und haben und die weit über das engere Feld des Gebäudeentwurfs und der Bauausführung auch in hohem Maße stadtplanerische Gestaltungsfunktionen ausübten. Dies alles hat Köln geprägt in den 20er Jahren wie auch in der Wiederaufbauzeit nach dem Zweiten Weltkrieg. So gibt es kaum einen Kölner Vorort, in dem man nicht auf GAG Bauten und Siedlungen trifft.

Und es sind die - vom Mieter, Bewohner, Kölner Bürger aus gesehen - vielfältigen Auswirkungen dieser Bauprojekte auf die unmittelbaren Lebensverhältnisse, auf ihr Verhältnis zu "Köln" dem Stadtkern, auf ihr Mobilitätsverhalten und viele weitere soziologische Gesichtspunkte, die alle zusammen wie immer sie sich auch darstellen ein bestimmtes urbanes Lebensgefühl geprägt haben. Und dieses alles sich überlagernd und verwebend, historisch durchgängig oder auch gebrochen prägt insgesamt einen "Stadtorganismus" wie Köln.

Zwei gute Gründe also die jeden Architektur- und Stadtgeschichtsinteressierten, aber auch alle die Köln "verstehen" wollen, sich mit der Geschichte der GAG und ihren Bauprojekten zu beschäftigen. Wir alle können dankbar sein, daß mit der grundlegenden Aufarbeitung der GAG Bauprojekte durch Herrn Heinen, Architekturhistoriker und GAG-Mitarbeiter, bereits ein Grund gelegt worden ist. Sein Aufriss bietet nun auch die Möglichkeit mit neuen Fragestellungen - die Wissenschaft entwickelt sich weiter - gezielt an die Projekte heranzugehen.

Damit eine solche Beschäftigung Hand und Fuß hat und erst recht wenn sie ins Konkrete geht, ist es selbstverständlich notwendig auf Originalunterlagen zurückgreifen zu können. Nur auf dieser Basis können Zusammenhänge richtig rekonstruiert werden, kann man von "harten Fakten" sprechen.

Deshalb kommen an dieser Stelle Archive ins Spiel. Archive sind - um es prägnant auszudrücken - Langzeitgedächtnisse. Das Historische Archiv der Stadt Köln ist nun, weil es seit dem 14. Jahrhundert besteht, ein echtes Gedächtnis der Stadt, da dort vollständig und unversehrt die schriftliche Überlieferung zeitig auch der Ort, an dem inzwischen 55 Architekten und Baumeister sowie einige Architekturverbände ihre Archive deponiert haben. Das Historische Archiv sorgt nun für den Erhalt, die Erschließung und Zugänglichkeit dieser Archive auf lange Sicht. Bereits 1896 erhielt das Archiv mit den Papieren von Hittorf den ersten dieser Fonds. Heute zählen dazu Archive von Karl Band, Dominikus und Gottfried Böhm, Theodor Kelter, Wilhem Koep, Theodor Merill, Wilhelm Riphahn, Erich Schneider-Wessling, Joseph Stübben u.v.a. Vor etwa 15 Jahren wurde auch der Versuch unternommen, die Kölner Wohnungsbaugenossenschaften, eine für Köln beispielhafte Bewegung seit fast 100 Jahren, zu bewegen, ihre Archive zur Sicherung dem Stadtarchiv zu übergeben. Doch nur zwei kleinere Genossenschaften konnten sich dazu durchringen.

Nun stehen wir also am Beginn einer Zusammenarbeit mit der größten und wirksamsten ehemaligen Baugenossenschaft in Köln. Das kann den Archivar nur freudig stimmen, doch gibt es auch die Kehrseite der Medaille, die ja bereits vom Münchener Original Karl Valentin - übrigens selbst einem begeisterten Sammler von Fotos historischer Gebäude in München - -gefasst hat in dem Satz: Kultur ist schön, macht aber viel Arbeit. Dem möchte ich hinzufügen, dass wir uns mit Freude dieser Arbeit stellen.

Die GAG wurde im Jahr 1913 als Gemeinnützige Aktiengesellschaft für Wohnungsbau gründet und im Jahr 2001 umbenannt in GAG Immobilien AG.

1936 wurde die Grund und Boden, kurz GRUBO, gegründet. Gesellschafter waren Dr. Weber und die 1932 von der GAG eingerichtete Ernst-Cassel-Stiftung. In den Anfangsjahren richtete sich die Tätigkeit auf die Sanierung der Altstadt und auf den Bau von Schulen in Merkenich und Müngersdorf. Daneben verwaltete die GRUBO Hausbesitz für die GAG und die Stadt Köln. Nach dem Krieg wurde vor allem der Neubau von Wohnungen vorangetrieben. Vor der organisatorischen Zusammenlegung mit der GAG, die Anfang 2002 durch eine umfassende Neustrukturierung ihren Abschluss fand ,wurden 2001 rund 18.000 Wohnungen von der GRUBO verwaltet. Aktuell wird von der GRUBO das Abriss/Neubau, Bauträger und Großmodernisierungsgeschäft geplant und umgesetzt.